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Osseointegration (Percutane Implantation einer Endo-Exo-Prothese) als neue alternative Behandlungsmethode einer traumatischen Oberarmamputation

 

Dr. Horst-H. Aschoff, Plastischer Chirurg, Dr. Vassilios Papageorgiou, plastischer Chirurg und Dr. Polyvios Pavlidis, Gefäßchirurg, verwendeten das operative  Verfahren der Osseointegration zur Verbesserung der Rehabilitation nach traumatischer Oberarmamputation am Sana-Krankenhaus in Lübeck.  Die Operation erfolgte im Juni 2016 mit dem innovativen Verfahren des Endo-Exo-Implantationssystems, das die Prothesenbewegung und letztlich die Lebensqualität des Patienten deutlich steigert.

Der 22 jaehrige Patient wurde bei Z.n. Verkehrsunfall (Motorradunfall)  im Juni 2015 mit der Diagnose subtotale Amputationverletzung der linken oberen Extremitaet sowie traumatische Milzruptur Grad 4 im Roten Kreuz Krankenhaus Athen, Griechenland, notfallmaessig eingeliefert. Unmittelbar nach Aufnahme erfolgte die Amputation der linken oberen Extremitaet und die Splenektomie aks lebensrettende Massnahme. Die Rehabilitation des sehr kurzen Stumpfes mittels stumpfumfassender Prothese zeigte eine deutlich eingeschraenke aktive Schulterbeweglichkeit,  keine Eigenstaendigkeit der Handhabung,  sowie insgesamt eine unbefriedigenden Sicherung der Prothese. Der Patient definierte sich selbst in seiner beruflichen und psychosozialen Reintegration als stark behindert und beschrieb ein ausgepraegtes Fremdkoerpergefuehl (” das ist  nicht meine Extremitaet, ich trage etwas fremdes an mich geschnalltes herum”).

 

 

In Kenntnis gesetzt ueber die Moeglichkeit der transcutanen Osseointegration entschied sich der Patient fuer diese Alternative und stellte sich im Juni 2016 in der Klinik fuer Plastische-, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie der Sana-Klinik Luebeck, Deutschland, zum ersten Operationsschritt (First step) vor.

Die Methode der Osseointegration hat sich bereits seit 1999 als erfolgreiches alternatives Behandlungsverfahren bei mehr als 100 traumatischen amputierten Patienten der unteren Extremität in Lübeck bewährt.Dennoch ist dieser Patient  weltweit vierte Patient, welcher mit einer Endo-Exo Prothese an der oberen Extremität versorgt wurde. Sein Fall war ebenfalls besonders wegen dem sehr kurzen verbliebenden knöchernen Humerusstumpfes.

Der operative Eingriff wurde zweizeitig durchgeführt.

Im ersten Schritt erfolgt die Implantation des sog. Endomoduls. Nach 8 Wochen und abgeschlossener Osseointegration wurde in einem 2. Operationsschritt nach Anlage des Weichteilstomas das Adaptersystem zur Aufnahme der Exoprothese montiert. Nach abgeschossener postoperativen Rehabilitation zeigte sich eine sehr  hohe Patientenzufriedenheit mit der klaren Aussage des oben beschriebenen Patienten ” this changed my life, it feels like my arm now “.

 

 

In Zukunft wird die subcutane Implantation von Myoelektroden mit der  transcutanen Osseointegration kombiniert werden und insbesondere durch die sichere Prothesenpositionierung die motorische Funktion der Roboterhand verbessern.

 

 

 

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